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Mit meiner Komfortzone verbindet mich eine Hassliebe. Ich leide, wenn ich sie verlasse. Und ich leide, wenn ich es nicht tue…

Wie wichtig es ist, die Komfortzone immer wieder zu verlassen, wissen wir alle. Nur fällt dabei leider oft unter den Tisch, wie genau es sich anfühlt, ebendies zu tun. Spaßig ist das nämlich nicht und manchmal frage ich mich, warum sich etwas, was so dermaßen wichtig ist, so unangenehm anfühlen kann. Ich liste euch mal die typischen Symptome auf, die mir zeigen, dass ich gerade meine Nase aus der Komfortzone stecke. Vielleicht erkennt ihr ein paar davon wieder…

9 Symptome, die mir zeigen, dass ich meine Komfortzone verlasse…

Ich bin ob des unerwarteten Mutausbruchs total euphorisiert und habe das Gefühl, alles schaffen zu können. ALLES. Egal was.

Das Kopfkino läuft zur Höchstform auf und bietet eine herzerwärmende Filmauswahl an. Alles wird durch pastellfarbene Filter gejagt. Farbe der Stunde ist allerdings: rosarot. Auch mit dabei: Glitzer und Feenstaub.

Leichte Stimmungsschwankungen machen sich bemerkbar. Zwischen „Yeah, das wird total super!“ und „Ach, eigentlich habe ich gar keine Lust… meeh…“ ist alles drin und noch viel mehr. Ich bekomme aber immer noch die Kurve und bleibe überwiegend positiv gestimmt.

 Es wird ernst und oben geht nichts mehr rein, obwohl ich eigentlich noch eine Kleinigkeit essen sollte, um einem unterzuckerungsbedingten Blackout vorzubeugen.

Dafür kommt unten einiges raus und ich habe das Gefühl, urplötzlich einen Magen-Darm-Infekt zu bekommen.

Nicht nur die Verdauung entwickelt plötzlich ein unkontrollierbares Eigenleben, der Kopf tut es ihr gleich. Ich habe ein Gehirn? Ach, tatsächlich? Das hat sich wohl gerade auf unbestimmte Zeit in den Urlaub verabschiedet. Die Gelassenheit hat das blöde Hirn gleich mitgenommen.

Die Emotionen fahren Achterbahn und kippen ins Negative. Das, was mir vor 10 Minuten noch toll und erstrebenswert zu sein schien, ist plötzlich total öde und blöd. Kann ich eigentlich auch gleich sein lassen, wird mich eh nicht glücklich machen. Oder ist es doch nicht so blöd? Doch. Ist es. Blöd und bescheuert… wozu die Mühe?

Der innere Zweifler schlägt voll zu. Er flüstert mir leise ins Ohr, dass ich das alles sowieso nicht packen werdet. Also lasse ich es lieber gleich, weil ich mich sonst unsterblich blamieren werde. Und wer will das schon?

Die Laune ist im freien Fall. Alles und alle sind blöd. Am blödesten bin ich selbst. Es gibt überhaupt niemanden auf der Welt, der so inkompetent, feige, hässlich und unfähig und was auch immer ist. [Anmerkung: Welchen Punkt auch immer ihr zum Aufgeben wählt – wenn das denn eure Wahl ist – lasst es nicht diesen sein! Auf keinen Fall! Denn sonst werdet ihr wirklich frustriert und verbittert und neidisch auf jeden, der sich seinen Ängsten stellt.]

Fakt ist: Der Moment, in dem ich handeln und es – was auch immer „es“ in dieser Situation ist- durchziehen muss, wird kommen. Und ich werde anschließend in den Spiegel schauen. Können? Wollen? Oder müssen? Meine Entscheidung…

Ein Drama – und wozu das alles?

Klingt ätzend? Ist es auch. Ich hasse es. Darum ging ich dem auch lange aus dem Weg. Zu lange. Augenöffner war u.a. das Buch von Shonda Rhimes: Year of Yes. Shonda beschreibt darin, wie viel Angst sie davor hatte, sich ungewohnten Situationen zu stellen, weswegen sie lieber in ihrer Komfortzone verharrte. So lange, bis sie zu allem nur noch Nein sagte. So wie ich. Noch während des Lesens legte sich ein Schalter in meinem Kopf um. Denn: Es ist idiotisch, auf den „richtigen“ Moment zu warten. Darauf, dass ich erfolgreicher, schlanker, schöner, klüger, eloquenter oder was weiß ich werde. Oder auf einen besonders mutigen Tag. Der Zeitpunkt, auf den ich warte, wird nie kommen. Wenn sogar Shonda Rhimes, eine der mächtigsten Frauen Hollywoods, Angst vor ungewohnten Situationen hat oder Robbie Williams vor seinen Auftritten vom Lampenfieber gebeutelt wird, dann kann ich lange auf den „richtigen“ Moment warten. Der richtige Zeitpunkt ist, ihr ahnt es, jetzt.

Die Preisfrage…

Die Sache ist ja auch die: Der Aufenthalt in der Komfortzone ist nicht kostenlos und ich zahle einen verdammt hohen Preis dafür. Dieser Preis wird nicht sofort beim Eintritt entrichtet, sondern später. Sehr viel später. Meine kuschelige und gemütliche Komfortzone stutzt mir nämlich auf Dauer ganz gewaltig die Flügel. Kein Wunder. In der Komfortzone gibt es keine echten Herausforderungen, nur Palmen, Hängematten, Bücher und Netflix. Na so ungefähr. Ich schaue kein Netflix, aber ihr versteht, worauf ich hinauswill. Gehe ich nur lange genug jeder Herausforderung aus dem Weg, sitze ich irgendwann nicht mehr in der Komfortzone, sondern in der Falle, die ich mir selbst gemütlich eingerichtet habe.

Denn: Habe ich mich zu lange keiner Herausforderung mehr gestellt, traue ich mir immer weniger zu. Eines Tages wird sogar das zur Herausforderung, worüber ich früher kaum nachgedacht habe. Das Leben wird, langsam und schleichend, immer farb- und geschmackloser wird. Und eines Tages ist es so winzig, dass es in eine Streichholzschachtel passt. Klingt dramatisch? Finde ich auch. Es gibt allerdings auch was zu gewinnen…

5 Dinge, die ich gewinne, wenn ich die Komfortzone verlasse

Habt ihr euch gefühlsmäßig so richtig in das Komfortzonen-Desaster reinfallen lassen? Sehr schön. Dann kommen wir jetzt zum netten Teil. Ich bemerke nämlich gerade, dass es auch was zu gewinnen gibt, wenn ich die Nase aus der Komfortzone stecke. Und je weiter ich gehe, desto größer ist der Gewinn:

1. Die Selbstachtung kehrt zurück. Denn der kleine Miesmacher in mir merkt durchaus, dass ich nicht mehr ständig nur im Planungsstadium verharre und dann doch wieder feige zurückziehe. Ich plane, ich leide (s.o.) und ich ziehe es durch. Und dem zollt der kleine Miesmacher in mir Respekt – und ich tue es auch.

2. Der Mutmuskel wird trainiert. Das heißt nicht, dass ich nun damit liebäugele, mich in Lara Croft umbenennen zu lassen. Aber ich registriere sehr wohl, dass die kleinen Hürden plötzlich keine Hürden mehr sind und die etwas größeren nicht mehr ganz so furchteinflößend sind. Die Voraussetzung ist allerdings, dass ich dran bleibe. Tag für Tag. Ein Selbstläufer ist hier gar nichts und das finde ich ehrlich gesagt sehr, sehr anstrengend. Aber ich hoffe darauf, dass es irgendwann mal leichter wird.

3. Ich richte mich auf – innerlich und äußerlich – und das strahle ich aus.

4. Ich gehe anders auf Menschen zu und habe nicht mehr das Bedürfnis, mich ständig verstecken zu wollen. Nur noch manchmal…

5. Und zu guter Letzt gewinne ich mein Leben zurück und das ist wirklich unbezahlbar.

 

Ich bin nicht gescheitert. Ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.

Leseempfehlungen

Barbara Sher: Ein Buch, das mir immer wieder die Augen öffnet, wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe, vermeintlich sinnlose Dinge tue, bzw. sinnvolle Dinge nicht tue, ist einer DER Klassiker von Barbara Sher: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will. Lest auf jeden Fall mal rein, besonders dann, wenn ihr das Gefühl habt, dass es innere Blockaden sind, die euch ausbremsen.

Tony Robbins: Ein Buch, das mir einige Tritte in den Allerwertesten beschert. Mit seinen 365 „Lektionen“ (=Kapitelchen) erinnert mich das Buch zwar eher an einen Abreißkalender, nichtsdestotrotz tut Robbins das, wofür er bekannt ist: er motiviert und legt den Finger in die Wunde. Und das schreibe ich, obwohl ich kein erklärter Robbins-Fan bin.

Erhältlich sind die Bücher wie immer im Buchladen oder über amazon: