Unentgeltliche Werbung ohne Auftrag. Denn: Dieser Post enthält Namens/Produktnennungen sowie Verlinkungen zu Instagram. Ich wurde von niemandem zu irgendetwas hiervon beauftragt.

Neues Jahr, neues Ich? Nicht bei mir. Mein altes Ich haut im neuen Jahr gleich mal ordentlich auf den Tisch und blökt: „Hallo, hier bin ich.“ Und darum besitze ich jetzt zwei Life-Coaching-Planner, obwohl ich nicht mal einen kaufen wollte…

Im letzten Jahr wurde mir endgültig klar, dass ich Kalender, Organizer, Planer oder „Erfolgs“-Journale zwar abgöttisch liebe… aber nicht wirklich viel mit ihnen anfangen kann. Das Problem ist, dass ich anfangs zwar Feuer und Flamme bin und meinen neuen Organizer/Planer/Kalender (wie auch immer man es nennen mag) vorbildlich führe. Nach 4-8 Wochen geht mir allerdings die Luft aus und der Schlendrian setzt ein. Ich schmachte meinen Planer weiterhin an, nehme ihn aber immer seltener in die Hand und irgendwann liegt er nur noch dekorativ in der Ecke rum. Problem erkannt, Problem gebannt? Wenn es so wäre, wäre ich nicht ich.

Dummerweise folge ich auf Instagram Menschen, die sich „Veränderungsmanagment“ und Life-Coaching auf die Fahnen geschrieben haben. Auf Pinterest auch. Und weil ich einige Male zu oft entsprechende Posts gelikt oder gepint hatte, fluteten nun ständig Posts oder Werbeeinblendungen für Kalender, Organizer, Erfolgs-Journale oder „Plane dein neues (bestes) Jahr und dein Leben“-Workbooks und ähnliches in mein Bewusstsein. Nebenbei bemerkt sind diese Werbeeinblendungen gut ausgewählt. Wirklich gut. So passgenau, dass ich gar nicht wissen will, was „das Netz“ noch über mich weiß, aber das ist jetzt nicht das Thema.

Nach einem halben Dutzend Werbeinblendungen war mir klar: ich brauche ein „planerähnliches Erfolgs-Journal“. Obwohl ich all die Journale, die ich in den Jahren zuvor „unbedingt brauchte“, kaum benutzt habe. Nach einem Dutzend Werbeeinblendungen und dem Konsum meiner favorisierten Blogs und Instagramaccounts stand fest: Ich brauche einen Happiness Planner. Oder das Rise up & Shine Journal.

Ich brauche Ziele…

Außerdem brauche ich Ziele. Viele Ziele! Warum? Weil das Führen eines Erfolgs-Journals ohne zu erreichende Ziele wenig sinnvoll ist. Darüber hinaus benötige ich Ziele, weil ich nie wieder in einem Workbook schon auf den ersten Seiten ins Straucheln geraten möchte. Nämlich bei den Fragen, wie meine bisherigen Ziele aussahen und was ich sonst noch gerne erreichen würde. Nachdem sich diese Fragen nämlich einige Tage fröhlich in mein Hirn gefräst hatten, wurde mir klar, dass ich selten konkrete Ziele habe. Nur Wünsche und vage Vorstellungen. Was im Sinne der persönlichen Weiterentwicklung natürlich fatal ist. Leider bin ich ein Mensch, der im Jetzt lebt und eher nicht für die nächsten 10 oder 20 Jahre plant. Ich weiß ja noch nicht mal, was ich heute zum Mittag essen werde – das entscheide ich normalerweise spontan beim Blick in den Kühlschrank. Der beinhaltet immer die nötigsten Basics, aus denen sich rasch was zaubern lässt.

Magic Goals und Planungswahn…

Ich bin da einfach zu schlicht gestrickt und erschwerend kommt hinzu, dass es mich schon nervt, dass Ziele heute nicht mehr Ziele heißen. Sondern Magic Goals. Klar, das klingt gehaltvoller und nach mehr Sternenstaub und Feenglitzer. Ist aber letztendlich nur ein hübsch glitzerndes Etikett für den althergebrachten Planungswahn, der mich seit jeher rebellisch macht. Ist es ein Wunder, dass wir nach Achtsamkeit schreien und diverse Mindfulness-Magazine lesen, wenn wir uns den Terminkalender so voll knallen, dass uns bald die Luft ausgeht? Denn geplant wird natürlich alles, selbst dann, wenn der Tag zwischen Frühstück, Job, Mittagspause, Kinderbespaßung, Abendessen, Sport und komaähnlichem Schlaf vor dem Fernseher kaum noch planenswerte Freizeit bietet. Aber es liegt halt an jedem selbst, so viel wie möglich aus einem Tag rauszuholen. Prioritäten setzen, Disziplin walten lassen und um 5 Uhr morgens erstmal bettwarm den ersten Blogpost schreiben oder eine Runde um den Block joggen. Da geht doch noch was… so ein Tag hat immerhin 24 Stunden…

Gibt es ein Zuviel an Dankbarkeit?

Eine weitere Hürde, die zwischen mir und dem Willen, mir große Ziele zu setzen steht, ist die Dankbarkeit. Dummerweise bin ich nämlich ein extrem dankbarer Mensch, der auch noch relativ schnell glücklich „zu machen ist„. Ich bin unter anderem dankbar dafür, dass ich ein Bett habe und ein Dach über dem Kopf. Oder dafür, dass ich morgens einfach so aufstehen und maulfaul vor mich hinbrüten kann mir den ersten Kaffee durchlaufen lassen kann. Ich bin auch dafür dankbar, dass ich auf eigenen Beinen durchs Leben hüpfen, schlurfen oder stolpern (je nach Tagesform) kann – ohne darauf warten zu müssen, dass mich jemand durch die Gegend schiebt. Und so weiter und so fort. Für all das, und ein bisschen mehr, bin ich wirklich dankbar, denn all das ist nicht selbstverständlich. Und all das soll bitte so bleiben – ist somit also genau das, was ich mir wünsche. Aber Wünsche sind keine Ziele und Zufriedenheit ist zwar schön und gut… aber wirklich antreiben tut sie einen nicht.

Möglicherweise zeigen sich hier in massiver Form die Auswüchse dieses Spatzenmenschen-Syndroms. Ihr wisst schon… Spatzenmenschen: wählen lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Weil sie sich für die Taube nicht interessieren oder hin und wieder daran zweifeln, dass sie die Taube verdient haben oder überhaupt bekommen können. Vielleicht auch eine Mischung aus allem. Und wo führt das hin? Genau: nirgendwohin.

Ich wollte keinen Planer. Nun habe ich zwei davon…

Das Ende der Geschichte? Ein paar Gedankenumdrehungen und Werbeeinblendungen später habe ich mir einen Happiness Planner gekauft, der Platz für die täglichen To-dos und die monatlichen Magic Goals bietet – welche auch immer das sein mögen, ich muss diesbezüglich nochmal in mich gehen. Und weil das noch nicht genug war, kam vorletzte Woche auch noch das Rise up & Shine Journal dazu. So viel also zu der Erkenntnis, dass ich mit Planern, Organizern und ähnlichen Dingen nichts anfangen kann.

Ich überlege, ob ich lachen oder weinen soll. Aber vielleicht wird in diesem Jahr ja tatsächlich alles ein bisschen anders. Die Hoffnung stirb zuletzt – und auch dafür bin ich, ihr ahnt es schon, sehr, sehr dankbar. ;)

Happiness Planner Rise up and Shine Journal