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Gibt es bestimmte Zutaten für ein glückliches Leben? Selbstliebe oder Selbstmitgefühl, klar. Doch auch die Dankbarkeit rückt immer stärker in den Fokus. Tatsächlich gibt es dahingehend eine beinahe unheimliche Einigkeit zwischen Wissenschaftlern, Medizinern, Psychologen und den Anhängern verschiedenster Religionen. Dankbarkeit kann unser Leben nachhaltig und auf beinahe unglaubliche Weise verändern, so die einhellige Meinung. Die gute Nachricht: Dankbarkeit lässt sich erlernen und es ist nicht einmal sooo schwer. Aber wie gut kann etwas sein, das von allen Seiten so gelobt wird? Da werde ich doch glatt wieder misstrauisch. Nehmen wir die Dankbarkeit doch mal ein wenig unter die Lupe…  

Wenn mir irgendwas als Patentrezept verkauft werden soll, mache ich ehrlich gesagt ratzfatz dicht. Mit ein Grund weswegen dieses Blog zu seinem Namen kam (Lovely Raisin – Liebe auf den zweiten Blick) weil so einiges von dem, was ich oller Neinsager im ersten Moment erstmal ablehne, genau das ist, womit ich mich nachher umso intensiver und lieber beschäftige. So auch – Achtung, Spoiler! – die Dankbarkeit. Als sie in zig Zeitschriften, (Online)Magazinen und Blogs beackert wurde, habe ich gähnend abgewunken. Dann kam mir das Buch von Oprah Winfrey namens „Was ich vom Leben gelernt habe“ unter. Ich bin kein Oprah-Fan, aber wenn diese Frau ein paar Tipps und Lebensweisheiten zum Besten gibt, höre ich schon sehr genau hin, alles andere wäre arrogant und vermessen. Und Oprah schwärmte nicht nur über die Dankbarkeit, sie schrieb quasi eine Liebeserklärung:

„Dankbarkeit kann jede erdenkliche Lage verändern. Sie verändert die Stimmung, verwandelt negative in positive Energie. In einem bin ich mir ganz sicher: Es ist die schnellste, einfachste und wirksamste Methode, um einen Wandel in seinem Leben herbeizuführen.“ [1]

Und zack… schon wurde ich neugierig. Schnell, einfach und wirksam?! Mal ehrlich: Wie dämlich wäre es, sich das nicht näher anzuschauen? Kann ja auch nichts Dramatisches passieren und falls das mit der Dankbarkeit so gar nicht funktioniert, findet sich zur Not sicher auch noch eine langsame, schwierige und unwirksame Methode.

Auf die schwierigen Phasen kommt es an…

Die Ausgangslage: Ich bin definitiv kein undankbarer oder unzufriedener Mensch. Im Gegenteil. Manchmal ärgere ich mich fast über mich selbst, weil ich so lächerlich leicht zufrieden(zustellen) bin. Doch obwohl so eine gewisse Grundheiterkeit und Grundzufriedenheit vorherrscht, schwebe ich nicht von Dankbarkeit erfüllt durch meine Tage – da ist also Luft nach oben. Nun ist es keine Kunst, Dankbarkeit zu empfinden, wenn alles gut läuft – es sei denn, man neigt dazu, die Dinge zu schnell als selbstverständlich hinzunehmen. Schwieriger wird es, wenn Sand im Getriebe ist. Manche Situationen rauben mir im ersten Moment den Atem und ich müsste schon der Dalai Lama sein, um da noch eine Spur von Dankbarkeit empfinden zu können. Geschweige denn, dass ich sofort die Chance erkenne, die in diesem Erlebnis steckt. Mittlerweile weiß ich allerdings auch, dass es gerade die schwierigen Phasen sind, auf die es ankommt. Das sind die, in denen sich zeigt, was ich von dem Zeug verinnerlicht habe, das ich bücherweise in meinen Kopf schütte. Es ist okay, die Decke kurz über den Kopf zu ziehen, aber sobald es mir möglich ist, trainiere ich meinen Dankbarkeitmuskel weiter und wenn ich dafür atemberaubende Gehirnakrobatik betreiben muss. Oder frei nach Oprah Winfrey: Egal, was man durchmacht, man tut genau das – man macht es durch. Es geht vorüber. Danke dafür.

So verändert Dankbarkeit das Leben

Es gibt zahlreiche Studien gibt, die belegen, was Dankbarkeit mit uns macht. Und was sie macht, ist in der Tat unglaublich:

Glück: Dankbarkeit macht erwiesenermaßen glücklich und als Sahnehäubchen können wir positive Gefühle noch intensiver genießen.

Selbstwahrnehmung: Fokussieren wir uns regelmäßig auf das, wofür wir dankbar sind, wirkt sich das positiv aufs Selbstbewusstsein und auf das Selbstwertgefühl aus.

Freundschaft: Bestehende Beziehungen vertiefen sich und darüber hinaus sind wir leichter dazu in der Lage, neue Freundschaften zu schließen.

Körper: Die Gesundheit profitiert davon. Wir schlafen besser und werden stressresistenter. Sogar der Blutdruck sinkt und das Immunsystem wird gestärkt. Dankbare Menschen fühlen sich nicht nur gesünder, sie kümmern sich auch besser um ihre Gesundheit.

Resilienz: Wir werden resilienter. Das heißt, dass wir Krisen nun zwar nicht freudig, aber doch besser ertragen können und hinterher leichter auf die Beine kommen.

Empathie: Dankbarkeit macht empathischer, so dass wir uns besser in unsere Mitmenschen hineinversetzen können – nicht nur in die, die wir besonders gerne mögen. Das sorgt für ein gutes Miteinander auf beiden Seiten und hält Wut und Aggression in Schach.

So viele positive Seiten und keine Einschränkungen? Doch. Denn das Trainieren der Dankbarkeit ist zwar fast immer eine gute Idee, aber es wirkt leider nicht bei allen gleichermaßen. „So profitierten etwa geschiedene Frauen mittleren Alters nicht von Dankbarkeitsinterventionen. Und auch Kinder und Jugendliche verspürten nach dem Schreiben eines Dankbarkeitsbriefes nicht mehr Glück.“ [2]

Dankbarkeit wirkt – nur warum wirkt sie?

It’s magic? Vielleicht. Aber zum Glück auch relativ leicht nachvollziehbar. Denn: Wenn ich den Blick auf das richte, wofür ich dankbar bin, bleibe ich gedanklich in der Gegenwart. Ich kann weder in die Zukunft reisen und mir Sorgen machen noch in die Vergangenheit abschweifen, um dort mit alten Geschichten zu hadern. Negative Gedanken oder Gefühle haben kaum eine Chance, weil es schlicht unmöglich ist, zugleich dankbar und unzufrieden, enttäuscht oder wütend zu sein.  Ich habe das ausprobiert und es ist mir nicht gelungen, diese gegensätzlichen Gefühle gleichzeitig zu spüren. Nacheinander oder im raschen Wechsel? Kein Problem. Aber gleichzeitig? Nein.

Das Schöne an der Dankbarkeit ist übrigens, dass ich nicht gleich von Dank erfüllt auf die Knie fallen und mich täglich eine Stunde ob meines Lebens freuen muss. Am Anfang reicht es schon, immer mal wieder ein wenig ehrlich empfundene Dankbarkeit an den Tag zu legen. Na wenn das kein Grund ist, um dankbar sein. ;)

Focus on what matters…

So weit die Theorie, doch was ist nun mit der Praxis? Wie hole ich mir ein bisschen mehr Dankbarkeit ins Leben? Indem ich nichts als selbstverständlich hinnehme und den Blick für die Kleinigkeiten schärfe, die ich im Gewusel des Alltags zu leicht aus den Augen verliere. Weil diese Kleinigkeiten gemeinsam mit kleineren und größeren Ärgernissen um meine Aufmerksamkeit kämpfen müssen, was – verglichen mit dem medialen Dauerfeuerwerk negativer Nachrichten und anderen Stressfaktoren – zum Scheitern verurteil ist, so ich nicht bewusst gegensteuere.

Indem ich den Fokus bewusst auf die Dankbarkeit richte, erweitere ich nicht nur meinen Wahrnehmungshorizont, ich setze auch eine positive Kettenreaktion in Gang. Denn mit der Wahl, welchen Informationen/Reizen/Gedanken, ich mich zuwende, stelle ich zugleich die Weichen bzgl. der selektiven Wahrnehmung, weil Informationen nun mal am liebsten dort andocken, wo schon was vorhanden ist. Willkommen in der Filterblase, die überigens weitaus weniger Macht über mich besitzt, wenn ich denn weiß, dass sie (für mich) existiert und entsprechend aktiv werde. [3] Und ich sag’s ganz ehrlich: Wenn man das mit der selektiven Wahrnehmung einmal verinnerlich hat, dann lässt man das in sehr viele Blogartikel einfließen achtet man sehr viel besser darauf, womit man sich beschäftigt, zumindest geht es mir so.

Workout für den Dankbarkeitsmuskel

Aber zurück zum Dankbarkeitsmuskeltraining: Am Anfang war es ein bisschen so, als würde ich damit beginnen, plötzlich eine Fremdsprache zu lernen. Nun wird es mit zunehmendem Alter nicht leichter, eine Fremdsprachen zu erlernen. Weiß jeder, der das schon probiert hat. Macht aber nichts, denn hier kann ich tatsächlich mal was mit diesem „Der Weg ist das Ziel“ (Konfuzius) anfangen. Dieser Weg macht durchaus Spaß und vor allem macht er tatsächlich glücklicher als der undankbare Weg. Auch dafür bin ich, ihr ahnt es, wirklich dankbar. Alleine schon deshalb, weil sich so das drohende Absinken der Mundwinkel ein wenig aufhalten lässt. Denn mal ehrlich: Ich kann mich wohl kaum „entzückende Rosine“ nennen, wenn ich ein Gesicht wie eine besonders missgelaunte Bulldogge habe. Also, hier ein paar Tipps fürs Dankbarkeitsmuskel-Workout.

Level 1, auch für absolut Untrainierte machbar: Einfach mal Danke sagen. Es gibt einen Grund, um Danke zu sagen? Einfach nur so oder aus dem Moment heraus? Nur zu – und zwar gleich. Ein kleines Dankeschön tut nicht weh und schenkt Freude. Beiden Seiten. [Manche Dinge können so leicht sein, oder? Und es tut auch gar nicht weh.]

Schreiben #1: Dankbarkeit für Listenschreiber. Leidenschaftliche Listenschreiber können es Oprah Winfrey gleichtun. Sie hält seit Jahren jeden Morgen fünf Dinge fest, für die sie dankbar ist und möchte dieses Dankbarkeitsritual nicht mehr missen. Der Grund, so Oprah: „Wenn du dich darauf konzentrierst, was du hast, wirst du letztlich immer mehr haben als zuvor. Wenn du dich darauf konzentrierst, was du nicht hast, wirst du nie, nie, nie genug haben.“ Leuchtet ein, oder?

Schreiben #2: Ein Dankbarkeitstagebuch führen. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an ansprechend gestalteten Dankbarkeitstagebüchern und ähnlich gelagerten Journalen, die dabei helfen, den Fokus auf mehr Dankbarkeit zu legen. Ich wollte mir sowas eigentlich nicht zulegen… und nun besitze ich rätselhafterweise gleich zwei von den Dingern. Keine Ahnung, wie das wieder passiert ist. Ich wundere mich aber nicht mehr darüber, sondern bin einfach dankbar dafür, dass ich stets bereit bin, weiterhin an mir zu arbeiten. So viel zum Thema Gehirnakrobatik. Selbstverständlich lässt sich ein Dankbarkeitstagebuch auch ganz unspektakulär in einem hübschen Notizbuch führen. Wichtig: Das Dankbarkeitstagebuch unterscheidet sich insofern vom herkömmlichen Tagebuch, als dass ausnahmslos nur positive Dinge festgehalten werden. Ängste, Sorgen, Zweifel und ähnlich undankbare Themen gehören in ein anderes Tagebuch.

Kreativität #1: Herzöffner-Momente fotografisch festhalten. Von der Idee, ein Jahr lang jeden Tag im Rahmen eines Projekts einen Glücks- oder Dankbarkeitsmoment fotografisch festzuhalten, las ich vor längerer Zeit in der Flow. Die Initiatorin der „Glücksschnappschüsse“ befreite sich mit ihrem Projekt aus einem seelischen Tief, indem sie jeden Tag etwas fotografierte, wofür sie dankbar war. Die Bilder veröffentlichte sie auf Instagram und die Fotos scheinen ziemlich gut gewesen zu sein, denn sonst hätten sie es nicht in die Flow geschafft. Mittlerweile gibt es online verschiedene dieser Projekte, bei Interesse einfach mal danach googeln oder selbst eins starten. Und mir dann bitte auf Instagram den Hashtag in die Kommentare setzen. ;)

Kreativität #2: Dankbarkeit konservieren. Murmeln, Perlen, hübsche Steinchen etc. und ein schönes Schraubglas besorgen. Und das Glas für jeden „Dankbarkeits-Moment“ mit einem hübschen Erinnerungsstück (Murmel, Perle, Stein oder was immer euch einfällt) „füttern“. Wer mag, schreibt sich der besseren Erinnerung halber noch auf, welchen Grund zum Dankbarsein es gab und legt das Zettelchen mit ins Glas. Und an den trüben Tagen wird dann tief ins Glas geschaut – garantiert stimmungsaufhellend und ohne ärgerliche Nebenwirkungen.

Gibt wahrlich schlimmere Workouts, nicht wahr? Konfuzius sagte übrigens auch: „Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt in dem Moment, in dem wir erkennen, dass wir nur eines haben.“ Und für dieses eine Leben sollten wir verdammt dankbar sein. Oder um Oprah Winfrey das Schlusswort zu überlassen:

„Eins weiß ich genau: Ihre Reise beginnt jeden Tag aufs Neue mit der Entscheidung aufzustehen, rauszugehen und das Leben zu genießen.“ [1]

Kaffee - Kopie
(M)Ein Glücksschnappschuss: Blauer Himmel in Tasse. Wenn dir ein Stück Himmel in die Tasse fällt, ist das zweifelsohne ein besonderer Moment, den echte Blogger selbstverständlich sofort fotografieren so richtig genießen. 

Quellen, Infos & Leseklicks: 

Kostenloses Onlinetraining: Dankbarkeit lässt sich auch online trainieren. Und zwar mit einem Programm, das Psychologen an der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt haben. Die Anmeldung funktioniert noch, ich hab’s getestet. Nur die App bekomme ich leider nicht mehr auf mein altes Handy*:  https://geton-training.de/dankbarkeit.php#

Lesetipp zum Thema Achtsamkeit: Ruby Wax – Fix & Fertig: Der Achtsamkeitsguide für Geräderte. Eine absolute Empfehlung für alle, die mit Achtsamkeit bisher ebenso wenig anfangen konnten wie ich, weil ihnen das „zu esoterisch“ ist. Schonungslos ehrlich und dabei wunderbar selbstironisch und humorvoll berichtet Ruby über ihren Kampf gegen Burn-out und Depression. Und da Ruby, wie sie selbst sagt, keine halben Sachen macht, schrieb sie sich an der Uni Oxford ein und verließ diese mit einem Master in „Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Therapie“ (MBCT). Die Frau hat also in vielerei Hinsicht eine Menge zu erzählen und so ist das Buch für mich ein echter Augenöffner, der furios startet und mir vor allem in der ersten Hälfte unzählige „Ich muss mir das kurz aufschreiben!“-Momente beschert. Ab der Mitte verliert das Buch für mich ein wenig an Fahrt, aber alleine der erste Teil ist unbedingt einen Blick wert. Darüber hinaus ist es eine echte Freude, wie bodenständig, humorvoll und frei von Esoterik ein Buch über Achtsamkeit sein kann. (Gibt’s auch als eBook oder als kostenloses Audiobook auf Spotify.)

[1] amazon: Oprah Winfrey: Was ich vom Leben gelernt habe, FISCHER Taschenbuch
[2] spiegel.de: Dankmuskel bitte anspannen
[3] spektrum.de: Und Facebook erzeugt doch eine Filterblase
[4] amazon: Ruby Wax: Der Achtsamkeitsguide für Geräderte (Knaur MensSana TB)

*Was bin ich dankbar, dass mein LGchen nur 8GB Speicher hat… ich würde mir sonstwas aufs Handy ziehen und ständig nur aufs Display starren. Aber so gehe ich doch gezwungenermaßen sehr viel verantwortungsvoller mit dem Speicher meiner wertvollen Lebenszeit um. *Ommm*